Zum Primenter Klosterland gehören die Dörfer der Kirchspiele Priment (Przemet), Altkloster (Kaszczor), Schussenze (Ciosaniec) und indirekt auch die Dörfer Lache und Scharne, sowie ehemals auch  Weine (Wijewo).

Altkloster (Kaszczor) gehört zur Urausstattung des Klosters Priment und wird 1278 vermutlich unter den Namen Obrizka und später als Stary Dwor geführt. Hier befand sich das erste Kloster, das bereits 1285 nach Fehlen verlegt wurde, während die Gutsverwaltung und Kirche hier blieben. Die Bezeichnung Stary Dwór (altes Gut) läßt vermuten, daß Altkloster schon recht alt war und ursprünglich ein königliches Gut war. Bis in preußische Zeit war Fehlen das Zentrum, erst die Verlegung der Chaussee durch Altkloster brachte eine hohe Aufwertung. 1833 wurde hier ein Polizeidistrikt eingerichtet. Bereits zuvor bestand hier eine Postkutschenstation. Im 19. Jh. entwickelte sich Altkloster nicht nur zum Verwaltungsbezirk, sondern auch zur Handwerkersiedlung. Es gab hier neben der Gutsbrennerei eine Molkerei, zwei Zigarrenfabrikationen und ein Sägewerk. In altpolnischer Zeit wie nach 1920 befand sich hier eine Zollstation. Das Klostergut wurde 1795 enteignet und als königliche Domäne bis 1905 verpachtet, dann parzelliert und eine Kolonie angelegt, deren Ende  bereits 1920 kam.

 

Ansichtskarte aus Altkloster, um 1910 (erschienen im Jahrbuch 2005)

Bruchdorf (Bagno) wird  in den Kirchenbüchern im Jahre 1745 das 1. Mal erwähnt, aber nur alle paar Jahre mit ortsfremden Familiennamen genannt. Das Dorf ist aus dem Bruchkrug als Keimzelle einer Ansiedlung entstanden. Vermutlich wurde dieser Krug ebenso wie der gen Schlabrendorf gelegene Kronkrug (bereits 1753 erwähnt) am Rand des Obrabruches gegründet, um die hier in Notlagern lebenden geflohenen Kolziger Parochialen zu versorgen. Um 1800 erscheint in den Kirchenbüchern vereinzelt der Begriff Kolonie, so daß aus der Zwergsiedlung Bruchdorf ein wirkliches Dorf entstand. Die Zahl der evangelischen Siedler war aber offen- bar nur sehr gering und deren Besitz ging anscheinend bald nach deren Abwanderung in den Besitz katholischer Bauern der Umgebung über.

Dornig (Dornig) Das Dorf wurde als Arbeitersiedlung des Vorwerks Schussenzes angelegt und gehörte bis ca. 1850 auch noch zum Nachbarort. Um 1800 wurde neben dem alten Siedlungskern eine Kolonie angelegt, die mit dem Vorwerk zusammenwuchs. Im Jahr 1937 wurde Droniki aus rassischen Gesichtspunkten heraus in Fleißwiese umbenannt. Seit 1945 heißt das Dorf wieder Droniki.

Fehlen (Wielen) Auch Fehlen existierte bereits zur Zeit der Gründung des Klosters und gehört zur Urausstattung des Klosters, das bereits 1285 hierher verlegt wurde. Vermutlich war es zuvor ein Vorwerk des Gutes Altkloster. 1418 wurde der Klostersitz nach Priment verlegt, doch Fehlen blieb das geistige Zentrum. Die Kirche entwickelt sich zum Marienwallfahrtsort. Am 4.9.1783 erteilt Papst Pius VI. den Pilgern einen vollständigen Sündenerlaß, die hier jeweils am 2.6. teilnehmen (Santuarium der Fehlener Mutter Gottes). Mit der Aufhebung des Fehlener Jahrmarktes verfällt auch die Wallfahrt bis Propst Michael Kluck sie 1862 neu initiiert. Nördlich des Dorfes entwickelte auf der Straße nach Priment eine Dorferweiterung, das “Neue Dorf”. Mit der Chaussierung im 19. Jh. wurde die gänzlich auf Fehlen ausgerichtete Straßenführung neu gezogen. Das hiesige Gut wurde dem Kloster enteignet und verkauft. Der letzte Eigentümer war die Familie Rabski. Außer der Wallfahrt war Fehlen ein rein agrarisch geprägter Ort.

Friedendorf (Spokojna) entstand um 1730 durch die Rodung der Grenzwälder nach Schlesien hin. Der ursprüngliche Name war Friedrichdorf (Frydrycha), was auf den Lokator (Gründungsunternehmer) hindeuten kann. Die Bevölkerung rekrutierte sich aus den deutschen Nachbarorten. Die Preußen klassifizierten es als “Hauland”. Neben der Landwirtschaft entstand hier Ende des 19. Jh. eine kleine Hartstein- und Dachpappenfabrik des Ambrosius Riedel (später Oskar Hampf, der damit bankrott ging), die den in den Fehlener Bergen abgebauten Kies verarbeitete. Erst 1922 wurde Friedendorf endgültig von der Kirche in Altkloster getrennt und Lache im Kreis Fraustadt zugeordnet. Seit ca. 1944 kamen hier sog. Todesmärsche jüdischer Häftlinge vorbei, die in den Wäldern zwischen Lache und Friedendorf über 60 Menschen erschossen haben, weshalb die Bevölkerung 1945 fast komplett vor der Roten Armee floh.

 

Ansichtskarte von Lache, um 1910

Lache (Smieszkowo) Der Ursprung von Dorf und Kirche sind unbekannt. Der Name leitet sich aber nicht vom Lachen her, wie es der Volksmund deutete, sondern von der Lache, der Luge, also einem Gewässer. Zu Beginn des 16. Jh. wurde eine eigene Kirche  noch nicht erwähnt, eigene Kirchenbücher existieren seit 1621, zuvor wurde in Altkloster beurkundet. Die jetzige Kirche (St. Andreas) wurde 1720 von dem Pfarrer Christoph Russ und dem Grundherrn Celestin Sokolnicki erbaut. Drei Jahre nach der Weihe brannte die Kirche erneut ab, und in den folgenden Jahren errichtete derselbe Pfarrer eine zweite Kirche, die er noch mit einem Holzturm verschönern konnte. Lache war ein agrarisch, adelig geprägtes Dorf mit großen Gehöften.

 

Ansichtskarte von Lupitze, ca. 1930

Lupitze (Lupice) In der Nähe des Mühlbergs wurden prähistorische Urnenfunde gemacht (Lausitzer Periode), die darauf hindeuten, daß Lupitze eine alte Siedlung ist. Das Dorf gehört zur Urausstattung des Klosters Mariensee (1210, 1278) und war bis 1919 Teil der Parochie Altkloster. 1928 wurde hier eine Notkirche eingeweiht, und das Dorf wurde zur Pfarrvikarie Schussenzes. 1906-09 wurde das Vorwerk parzelliert und an Siedler aus der Pfalz, aber auch Schlesien, Sachsen und Galizien vergeben.  Das Urdorf lag im nördlichen Teil (Bauernende), während es im späteren Mittelteil vom Vorwerk begrenzt wurde. Anfang des 19. Jh. entstand an der Chaussee von Altkloster nach Schussenze eine Unterförsterei, in deren Richtung sich das Dorf im 19. Jh. entwickelte (sog. Bürgerende). Auf dem Weg nach Mauche befand sich ein weiteres Vorwerk, das zu Lupitze gehörte, später aber aufgegeben wurde. 1922 erhielt Lupitze Stromanschluß. 1937 wurde Lupitze aus rassistischen Beweggründen in Ostweide umbenannt, obwohl dieses Dorf nur zu jener Zeit im Osten (Deutschlands) lag und sonst stets im Westen (Polens). In den 30er Jahren bahnte sich ein Konflikt mit der dominierender werdenden Gemeinde Pfalzdorf an, mit der man sich in Gemengelage befand. 1945 floh nur ein Teil der katholischen Urbevölkerung, der Rest wurde weitgehend 1945 und 1946 vertrieben.

 

Ansichtskarte von Lupitze, um 1930

Neudorf (Nowa Wies) entstand erst in der 2. Hälfte des 18. Jh. durch vor allem polnische, aber auch katholische Deutsche aus der Umgebung. Der ursprünglich gebräuchliche Name war Primenter Neudorf. Ein wirklicher Aufschwung erfolgte jedoch erst in preußischer Zeit als von Mauche aus die Chaussee nach Priment und Schmiegel ausgebaut wurde und man offenbar eine Art Kolonie mit evangelischen Siedlern einrichtete. Um 1900 wuchs Neudorf mit dem Bau der Eisenbahn erneut an. In Neudorf wurde ein Güterbahnhof für das Nutzholz der Oberförsterei Mauche errichtet, weshalb dieser Bahnhof Mauche-Neudorf hieß. Ein Ausbau der Bahnlinie gen Mauche, Schussenze und Anbindung in Kolzig wurde durch den 1. Weltkrieg verhindert. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung verließ daraufhin Polen.

Neu Priment (Perkowo) Um 1800 wurde nahe des Klosters eine preußische Kolonie auf Primenter Grund und Boden gegründet: Neu Priment (Nowy Przemet). Die evangelische Ansiedlung hat nicht funktioniert und die Katholiken der Umgebung (vor allem Polen) ließen sich hier nieder. Der Ort entwickelte sich erst richtig als im frühen 19. Jh. das Obrabruch trocken gelegt wurde und die Chaussee von Mauche nach Priment gebaut wurde. Während der NS-Besatzung hieß der Ort Teichmoor.

Ölpoche (Olejnica) Angelegt wurde Ölpoche in der Mitte des 18. Jh. als Ölmühle der Familie Leisner, die nur bis ins 19. Jh. existierte, da die wirtschaftliche Basis hier zu unrentabel war. Geblieben sind mehrere kleine Höfe geblieben, die vor allem für die Forstverwaltung tätig waren. Nach 1815 wurde hier ein Forsthaus der Oberförsterei Mauche erbaut. Ölpoche stand von Anfang an in enger wirtschaftlicher Abhängigkeit zum Vorwerk in Radomierz. Da sich die Bevölkerung Ölpoches aus den Nachbarorten rekrutierte, war Ölpoche ein polnisches Dorf. Im 2. Weltkrieg wurde diese Bevölkerung ausgewiesen und durch Schwarzmeerdeutsche ersetzt.

Priment (Przemet) Przemet, das die Deutschen sprachlich in Priment umformten hat eine annähernd 1000-jährige Geschichte. Bereits im 8. Jh. bestand hier eine dörfliche Ansiedlung. Mit der Eroberung des Obrabruches, dem Zugang nach Schlesien, durch die ersten Piasten benötigten sie einen militärischen Stützpunkt, um die gerade unterworfenen Slawen am Obrabruch beherrschen zu können. Die Lage Priments war für solch einen Platz geeignet, da es aus einigen Inseln im Bruch bestand, die man mit in den Sumpf gerammten Pfählen weiter befestigte und ausbaute. Um das Jahr 1070 entstand daher hier ein Burgbezirk (erst 1298 belegt). Im 13. Jahrhundert erhielt Priment das, vermutlich Magdeburger, Stadtrecht (1311) belegt. Bis 1343 war die schlesisch-großpolnische Grenze zwischen den verschiedenen piastischen Familienzweigen umkämpft. Mit der Eroberung des Fraustädter Landes durch König Kazimierz III. Wielki wurde die Grenze auf Jahrhunderte hin gesichert und Priment verlor endgültig seine Bedeutung. Bei der ersten urkundlichen Nennung Priments im Jahre 1210 war das Umfeld noch weitgehend unbesiedelt. Vor allem die schlesischen Piasten griffen auf deutsche Siedler zurück, um den Grenzwald weiter zurückzudrängen und zu roden. Um 1250 entstand die Stadt Fraustadt (Wschowa) und die umliegenden mit Deutschen besiedelten Dörfer. Ab 1278 wurden die – von den polnischen Herrschern gerufenen – Zisterzienser im direkten Umfeld von Priment tätig. Als die Stadt 1408 niederbrannte übergab König Jagiello den deutschen Mönchen die Stadt samt einiger umliegende Güter. Der Sitz des Klosters wurde in den folgenden Jahren (1418) hierher verlegt. Das Zusammenleben von Deutschen und Polen funktionierte damals offensichtlich hervorragend. 1554 erhielt Priment auf Druck des polnischen Adels hin den ersten polnischen Abt. Der Kastellan von Priment (bis 1793) – per Amtsfunktion auch Senator und Mitglied des Sejm) – war von jeher ein polnischer Adeliger, fortan auch die Äbte. Im kleinen Nordischen Krieg lockte der heftige Widerstand des Bomster Starosten Krzysztof Zegocki die schwedischen Angreifer ins Land; dessen brandenburgischer Verbündeter, dem aus Niederösterreich stammende Feldherr Andreas Derfflinger eroberte Priment im Jahr 1656 und die Umgebung wurde geplündert. Mit der preußischen Besetzung folgte die Neueinschätzung und Priment, verlor seinen Status als Stadt (bei der Steuererhebung von 1580 zählte die Stadt nur 60 Einwohner (+ 80 in Primentdorf und 10 in Zaborowo). Auch die Gutswirtschaft des Klosters war in einem beklagenswerten Zustand, so daß die königliche Kriegs- und Domänenkammer in Posen zu dem Schluß kam, daß die Mönche nicht in der Lage seien, künftig besser zu wirtschaften. So wurden die Güter enteignet und als Entschädigung erhielten die Mönche die Hälfte der künftigen Erträge. Ein Teil des Klostergutes wurde an den Grafen v. Keyserling, einen Günstling des Königs Friedrich Wilhelm II. vergeben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschärft sich die Spannung zwischen den Nationalitäten zusehens, so auch in Priment. U.a. entstand hier die Bank Parcelacyjny unter der Ägide des Dekans Wiktor Mojzykiewicz (1848-1914). 1919 wurde Priment Teil des neu entstandenen polnischen Staates und 1931 wurde das Wojtamt von Altkloster hierher verlegt. Während der NS-Besatzung hieß Priment „Weißberg“ (bis 18.5.1943, dann erreichten die alteingesessenen Deutschen die Rückbenennung in Priment) und die Rassentrennung griff bis zur Befreiung im Januar 1945 auch in Priment voll um sich: die Polen wurden skrupellos enteignet und ausgewiesen.

Primentdorf (Przedmiescie) Das Dorf entstand im Vorfeld der Stadt Priment und diente offenbar ursprünglich als Versorgungsbasis wie ein Kämmereidorf. Die Einwohner waren größtensteils Polen.

Radomirsch (Radomierz) Das Dorf wird bereits 1210 urkundlich erwähnt und sollte Teil des Klostergebiets werden, geriet dann aber in adeligen Besitz. Erst nach der Ansiedlung in Fehlen kam Radomierz in den Besitz der Zisterzienser; hier befand sich ein des Primenter Gutes, das in preußischer Zeit Radstädt genannt wurde. Radomierz war stets ein polnisch besiedeltes Dorf. Während der NS-Besatzung hieß der Ort Maiglöckchendorf – nach der bekannten Insel in der Nachbarschaft.

Schenawe (Szreniawa) Erstmals erwähnt wird Szreniawa in den Kirchenbüchern von Altkloster bereits kurz nach 1600. Es soll um 1570/80 durch Rodung von Schussenze aus gegründet worden sein, wofür die Familiennamen sprechen. Namensgeber war offenbar der um 1600 amtierende Primenter Abt aus der Familie Szreniawa. Hier bestand ein großes zu Schussenze gehörendes Klostergut, das um  1793 enteignet und 1875 vom Staat an eine evangelischen Bauern verkauft wurde. Anfang des 20. Jh. lebten hier 164 Einwohner, und es gab 24 bäuerliche Betriebe. Schenawe war stets nur durch landwirtschaftliche Kleinbetriebe geprägt. im 3. Reich (seit 1937) wurde Schenawe, das zu frühreren Zeiten auch Schönawe genannt wurde, in Schönforst umbenannt. Der heutige offizielle Name lautet Szreniawa Babimojska, da es bei Posen noch einen weiteren Ort dieses Namens gibt.

 

Ansichtskarte von Schenawe, um 1925

Schleunchen (Oslonin) Erste Erwähnung 1210, es war als polnisches Dorf bereits vorhanden. Dann wurde es mit der Ansiedlung der Deutschen nach 1278  als Haufendorf überformt. Im 19. Jh. war Schleunchen weitgehend polnisch besiedelt, galt aber als sehr rückschrittliche Region, die nur von der Landwirtschaft lebte. Das dortige Klostervorwerk war verpachtet gewesen und wurde dann im 19. Jh. parzelliert. Schleunchen lag stets abseits der Verkehrswege. Erst nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich hier ein reger Tourismus, der Oslonin erheblich veränderte.

 

Ansichtskarte von Schussenze, um 1914 (oben: Henkes Warenhandlung und die katholische Volksschule)

Schussenze (Ciosaniec) Das Dorf Zossinida gehört zur Grundausstattung des Zisterzienserklosters Mariensee in Fehlen/ Priment. Bis 1714 wurden die Kirchenbücher in Altkloster geführt. Im Verlauf des 18. Jh. wurde Schussenze immer selbständiger geführt, und 1789 erlangte die Kirche (Erzengel St. Michael) auf Bitten des Klosters Priment die Selbständigkeit. Die letzte Holzkirche von 1777 wurde im Jahr 1912-14 unter der Leitung des Propstes Adalbert Reiche durch eine massive Steinkirche im Neubarock ersetzt. Auf dem Kirchhof ruht der letzte Zisterzienser Moritz Prokop (1870). Das Dorf bestand aus dem alten Dorf und südlich davon, woher später die Chaussee ging, das Vorwerk, das 1795 von den Preußen enteignet wurde. Viel Land dieses Vorwerkes wurde offenbar noch im 19. Jh. für die Ansiedlung von Kolonisten (in Droniki und Bruchdorf) verwandt. Das restliche Vorwerk wurde um 1875 an einen evangelischen Bauern verkauft. Kurz nach 1900 begann sich Schussenze durch die Ansiedlung einer Brennerei, Molkerei und später einer Ziegelei auch handwerklich zu entwickeln. 1919 wurde der Sitz des ehemaligen Distriktamts Altkloster hierher verlegt und um 1927 die Straße ausgebaut und ein Bahnhof angelegt. 1938 wurde der Ort in Ostlinde umbenannt - nach den Linden, die an der Kirche standen. Nach 1945 verlor Ciosaniec seine durch die Grenzlage erhöhte Bedeutung. Das regionale Zentrum ist seither Slawa. Die Molkerei und Brennerei gingen nach der Wende (1989) wegen Unwirtschaftlichkeit zugrunde.

 

Starkowo (Starkowo) Das Dorf wurde dem Zisterzienserkloster in Priment 1305 zusammen mit Poladowo geschenkt und gehörte zur Kirche nach Priment. Als relativ spät erworbenes Dorf dürfte Starkowo nicht mehr mit deutschen Kolonisten besiedelt worden sein. Die spätere weitgehend rein polnische Bevölkerung läßt darauf schließen. Die wenigen Familien mit deutschen Namen sind später zugewandert und wurden polonisiert. Um 1800 errichteten die Preußen am südlich gelegenen See eine Kolonie, Starkowo Bambry, die im Laufe der Zeit von den polnischen Katholiken der Umgebung vereinnahmt wurde. Während der NS-Besatzung hieß Starkowo Obermühleneck.

Unterwalden (Zaborowo) Der zum Kloster in Priment gehörende Gutsbezirk war Zaborowo, eher ein Vorort von Priment, bestehend aus dem Gutsbezirk und den dazu gehörigen Gutsarbeiterhäusern (Komorniken).

Weine (Wijewo) Erste Erwähnung 1379 als das Dorf dem Kloster Fehlen zum Kauf angeboten wurde. Der deutsche Name Weine geht auf den Weinanbau (Weinberg) zurück, während der ältere polnische Name  sich von wic = ranken, Ranke ableitet. Weine gehörte bis ins 16. Jh. zum Klosterbesitz, in der Steuerliste von 1580 wird Weine noch unter dem Kirchspiel Priment geführt, in den seit 1601 vorhandenen Büchern jedoch nicht. Wijewo gehört offenbar seither zum Kirchspiel Brenno, mit dem es durch seine polnische Bevölkerung eng verbunden ist. Sowohl Wijewo als auch Brenno gelten als sehr abgeschiedene, fast fremdenfeindliche , aber sehr fleißige, eigenständige Dörfer, in denen ein eigenes, durch das Deutsche geprägte Polnisch gesprochen wird.
Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Internetseite der Gemeinde Wijewo. Der deutschsprachige Text wurde von mir verfaßt:
www.wijewo.pl

 

Ansichtskarte von Wijewo (Weine). Oben: Schule, und Gutshaus, unten:
Geschäft Zielnica und Postamt. Um 1930.